Positionspapier zur „Flexibilisierung der Arbeitszeiten“

Mit einer Flexibilisierung der Arbeitszeiten muss es ermöglicht werden, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Pflege und Beruf besser in den täglichen Arbeitsablauf zu integrieren. Die Arbeitszeiten müssen so gestaltet werden können, dass eine Mischung von Präsenzzeit und mobiler Zeit über den Tag hinweg verteilt bedarfsgerecht für das Familien- und Berufsleben möglich ist.

Die starren Regelungen des auf der EU-Arbeitszeit-Richtlinie basierenden Arbeitszeitgesetzes aus dem Jahre 1994 benötigen eine Anpassung auf die technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte.

Mit dem gesellschaftlichen und damit auch politischen Wunsch nach mehr Möglichkeiten zu mobiler Arbeit bedarf es auch einer Rechtssicherheit bei der Bewertung der Arbeitszeiten außerhalb des Betriebsgeländes. Die Pflicht des Arbeitgebers, auf die Einhaltung der täglichen Arbeitszeit von 8 Stunden aber vor allem der Ruhezeit von 11 Stunden zu achten, kann nicht zufriedenstellend bewerkstelligt werden.

Bei der gewünschten Schaffung von mehr flexiblen Arbeitsplatzangeboten fordern wir daher statt der täglichen Höchstarbeitszeit eine durchschnittlich 48 Stunden Wochenarbeitszeit.

Zudem fordern wir, dass Unterbrechungen der Arbeitszeit ab drei Stunden auf die vorgeschriebene Ruhezeit von 11 Stunden angerechnet werden können. Diese Regelung soll mittels einer separaten Vereinbarung zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern geregelt werden können.

Die Schaffung von mobilen Arbeitsplätzen muss eine stärkere Eigenverantwortung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Folge haben, da der Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes durch die örtliche Trennung durch den Arbeitgeber nicht immer nachgekommen werden kann.

Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern bei der Schaffung von mobilen Arbeitsplätzen benötigt keiner gesetzlichen Regelung weshalb wir einen gesetzlichen Anspruch auf einen Home-Office-Arbeitsplatz strikt ablehnen.

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Kontakt:

Ressort Politik

Steffen Dollmann

Email: politik@wjbayern.de