New Work, Megatrend und Sammelbegriff für neue Arbeitsformen, sorgt seit geraumer Zeit für heftige Diskussionen in den Führungsetagen vieler Unternehmen. Auf ihrem New Work Day in Fürth brachten sich die Wirtschaftsjunioren Bayern kräftig in diese Diskussionen ein und diskutierten welche Chancen und Risiken sich daraus für die Unternehmen ergeben.

Moderne Führung, mobiles Arbeiten und Mitarbeitermotivation sind nur einige der vielen Schlagworte zu New Work. Ein klares Bild, was die bereits laufende Transformation der Arbeitswelt für uns bedeutet und wohin das alles führen soll, zeichnet sich für die Unternehmen meist nicht ab. Im Rahmen der bundesweiten New Work Week der Wirtschaftsjunioren Deutschland leisteten die Wirtschaftsjunioren Bayern auf ihrem New Work Day im Ludwig Erhard Zentrum am 14. November in Fürth eine erste Orientierung für interessierte Unternehmer.

Begrüßt wurden die Teilnehmer mit einem digitalen Grußwort der Staatsministerin für Digitalisierung im Bundeskanzleramt, Dorothee Bär. „Digitalisierung und New Work werden unser Leben erleichtern und verbessern, davon bin ich überzeugt. Um Innovationen zu schaffen, müssen wir die Barrieren in den Köpfen weiter abbauen“, so die Ministerin. Um den Abbau dieser Hürden in den Führungsebenen geht es auch den Wirtschaftsjunioren Bayern, die mit ihrem Jahresthema „Führung 4.0 – Effektive Führung im Wandel“ darauf den Fokus setzen.

Spritzig, provokant und motivierend präsentierte Keynote Speaker Waldemar Zeiler, Gründer der nachhaltigen Kondommarke Einhorn, seine Sicht auf den Wandel der Arbeitswelt. Unter dem Titel „unfuck the economy – even better the world“ stellte er die Arbeitskultur in der eigenen Firma dar. Hier arbeiten die Mitarbeiter weitestgehend selbstständig, diskutieren gemeinsam ihre Gehälter und können so viel Urlaub nehmen, wie gewünscht. New Work zeichnet sich zum einen dadurch aus, dass bestehende hierarchische Strukturen im Zuge des Wandels durch eine moderne Führung, geprägt von Coaching und weniger Ansage ersetzt werden. Dies bedingt wiederum die Frage, wie Arbeit innovativ organisiert werden kann, um weiterhin einen wertvollen Beitrag für das Unternehmen zu liefern.

Diese und weitere Ansätze von Unternehmen, die sich bereits auf den Weg zu New Work gemacht haben, wurden auf der anschließenden Podiumsdiskussion diskutiert. Denn New Work ist kein Trend der nur in Berliner Start-Ups eine Rolle spielt. Als Mitarbeiter der Gutmann Aluminium Draht GmbH legte Stephan von Galkowski dar, wie sich das Unternehmen bereits vor vier Jahren auf den Weg zu New Work machte. Heute hat sich die GmbH zu einer agilen und lernenden Organisation entwickelt. Auch Niklas Volland berichtete von den Freiheiten der Mitarbeiter in seinem Start-Up Bytabo. „Gut ausgebildete Fachkräfte arbeiten bei uns, weil wir New Work leben“. Marlen Wehner, Landesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Bayern fasste dies passend in ihrem Schlusswort zum Abend zusammen. „Die Annahme neuer Arbeitsformen wird mehr und mehr zum Wettbewerbsvorteil der Unternehmen“.